Blog-Archiv

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07.04.2009
Sie lesen hier einen Artikel im Archiv eines lange geschlossenen Blogs. Die Informationen können also arg veraltet sein.
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Die Anfrage kam per eMail: »Ich brauche eine Website, ca 6-8 Seiten, das Design macht XY. Was kostet das? Ach ja: Suchmaschinenoptimierung brauche ich auch, was kostet die?«

Die Vorstellung, dass der Aufwand für Websites sich in der Anzahl der vorhandenen Unterseiten messen lässt ist zwar weit verbreitet, aber ich kalkuliere lieber anders.
Ich weiß zum Beispiel lieber vorher wenigstens in Ansätzen, wie das Layout aussehen soll und wie aufwändig es sein wird. Soll jede Seite anders sein oder reicht eine Vorlage, in die ich dann die Inhalte kopiere? Gibt es interaktive Elemente wie Kommentarfunktion oder ähnliches? Braucht die Seite ein CMS, damit der Kunde hinterher leicht Inhalte selbst ändern kann? Bekomme ich eine benutzbare Vorlage vom Grafiker oder muß ich anhand von Corporate-Design-Vorgaben selbst etwas entwickeln?

Viele Fragen also schon im Vorfeld.

Und dann der Punkt Suchmaschinenoptimierung. Gute Suchmaschinenoptimierung steht am Anfang der Arbeit an einer Website und wird nicht hinterher irgendwie draufgesetzt. Texter, Webdesigner und Kunde müssen dazu eng zusammen an einem Konzept arbeiten, das den Text und die Struktur der Website beinhaltet.

Da die Anfrage von einem entfernten Bekannten aus einem der Netzwerke kam, in denen ich Kontakte, Wissen und Austausch suche habe ich all dies in eine eMail geschrieben. Wir hatten auch schon einmal kurz zusammen gearbeitet und die Rückmeldungen waren positiv und mit Aussicht auf weitere Jobs. So freute ich mich einfach, dass so ein Nachfolgejob jetzt kam.

Ich habe auch schon Tipps und Hinweise gegeben, worauf man in diesem speziellen Fall achten sollte, habe auch schon an der ein oder anderen Stelle Möglichkeiten angedeutet

Alles in allem wurde die eMail so natürlich etwas länger – schließlich habe ich auch fast eine dreiviertel Stunde daran geschrieben.

Aber auch das ist sicherlich für die meisten Freiberufler nichts ungewöhnliches – um einen Auftrag zu bekommen muß man sich öfter erst einmal ein Stück aus dem Fenster lehnen. Gerade in einem Job, der immer noch so viel Erklärung erfordert muß ein Teil dieser Erklärung schon vor dem möglichen Auftrag stattfinden.
Und meiner Erfahrung nach wird das auch meist honoriert.

Diesmal nicht. Diesmal kam nur ein knappes »Wir kommen da nicht zusammen, der Texter hat auch jemanden, der mir da ein gutes Angebot gemacht hat« als Antwort.

Oder anders: Meine kostenlose Beratung war gerne genommen, die Ausführung darf dann jemand anders machen. Vielleicht ja der Sohn des Nachbarn des Texters - er hat ja jetzt einen Leitfaden, an dem er sich entlang hangeln kann.

Ich freue mich doch sehr auf unser nächstes Zusammentreffen. Vielleicht bringe ich eine Rechnung über eine Stunde Beratung mit.

Bleibt die Frage:
Lerne ich daraus etwas? Lerne ich, demnächst nicht zu freigiebig mit meinem Wissen zu sein? Lerne ich, demnächst nur noch zu vermitteln, dass »ich mich schon kümmere«, ohne genauer zu wissen, auf was ich mich einlasse?

Nein. Ich glaube weiter daran, dass eine transparente Arbeitsweise die bessere ist. Vielleicht nicht für Kunden, die meinen, Dienstleister gegeneinander ausspielen zu müssen und die Abzocker-Mentalität der »Geiz ist geil« - Gesellschaft übernommen haben.

Aber für die anderen.

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