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Von 2006 - 2011 habe ich hier ein Blog über meine tägliche Arbeit geschrieben.
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Gerne unterschätzt: Formulare

01.02.2007
Sie lesen hier einen Artikel im Archiv eines lange geschlossenen Blogs. Die Informationen können also arg veraltet sein.
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»Kannst Du da noch schnell ein Formular einbauen?« ist eine Frage, die mir natürlich öfter gestellt wird.
Und spätestens, wenn das Formular über ein schlichtes Kontaktformular mit den drei Feldern für Name, eMail -Adresse und Nachricht hinausgeht, müsste ich eigentlich sagen: » Nein, nicht „noch schnell” - aber natürlich gerne!«

Natürlich ist eine Formularseite schnell geschrieben - aber das Script dahinter, das braucht seine Zeit.

Für den Besucher der Website ist ein Kontakt- oder Anfrageformular oft die einzige Möglichkeit, aktiv mit dem Anbieter der Website in Kontakt zu treten.
Auf der anderen Seite - beim Websitebetreiber - sind diese Formulare hart umkämpftes Gebiet:
Die Marketingabteilung möchte gerne so viel wie möglich über den Besucher erfahren und will am liebsten eine einfache eMail-Möglichkeit zum Umfrage-Tool erweitern. Und den Besucher bei der Gelegenheit mittels vieler Pflichtfelder gründlich kennenlernen.
Die Rechtsabteilung warnt vor unvorhersehbaren Folgen und möchte sich mit vielen Disclaimern und Datenschutzerklärungen absichern.
Bei der Bestellannahme möchte man am liebsten nach Abteilungen sortierte, normierte und maschinenlesbare Daten geschickt bekommen, um so wenig Arbeit wie möglich mit den ankommenden eMails zu haben.
Und IT- und Rechtsabteilung sorgen sich gemeinsam darum, dass das Formular zum Versand von Spam missbraucht wird.

Und der Besucher: Der hat doch einfach nur eine Frage.

Aus der eigenen Erfahrung als Internet-Benutzer sind wir uns sicher einig:
Ewig lange Formulare sind abschreckend.
Welche, die uns zwingen, unsere Wochenend-Telephonnummer noch anzugeben, um die kostenlose und unverbindliche Broschüre zu bestellen noch mehr. Dabei kann man sich mit ein wenig gesundem Menschenverstand doch eh ausmalen, wie viele dieser erzwungenen Pflichtangaben der Wahrheit entsprechen.

Und wenn ein Formular nach dem dritten Versuch, es abzuschicken immer noch mit einem lapidaren »Sie haben ungültige Daten eingegeben« zum Raten auffordert, wo man denn jetzt was für ein Zeichen löschen muß, dann ist die Chance recht gering, dass man es tatsächlich auch noch ein viertes Mal versucht.

Und deswegen kann man ein Formular nur selten »mal schnell« programmieren.
Denn zu einem Formular gehört die Überlegung, was der Besucher möchte, wie man ihn dort am schnellsten hinbringt, wie man ihm Fehler so erklärt, dass er es versteht (oder sie am besten erst gar nicht macht) und wie er sofort das erste Feedback bekommt, das ihn mit dem zufriedenen Gefühl hinterläßt, nicht nur Worte irgendwohin getippt, sondern eine Nachricht an einen Menschen geschickt zu haben.

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