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Das Internet in Deutschland

26.05.2009
Sie lesen hier einen Artikel im Archiv eines lange geschlossenen Blogs. Die Informationen können also arg veraltet sein.
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Wir schreiben das Jahr 2009. Die ganze Welt ist vernetzt und erfreut sich an den Segnungen eines weltumspannenden Netzwerkes namens "World Wide Web"

Die ganze Welt?

Nein, denn in einem kleinen Entwicklungsland sitzen Menschen an der Macht, die leider nicht verstehen, was da vor ihrer Nase längst passiert ist. Und das Leben ist hart für die Besatzer in den umliegenden Lagern Facebookum, Twitterorum und Xingum.

Wenn es nicht so traurig wäre, dann könnte man so einen sehr launigen Artikel über das Web in Deutschland einleiten.

Leider ist es aber traurig. Denn während zum Beispiel das Manager Magazin seinen Lesern dringend rät, sich doch bitte endlich einmal mit diesem Web auseinander zu setzen ...

Unternehmen sind gut beraten, die Web-Ureinwohner ernst zu nehmen. Denn sie können nicht weniger als unsere Gesellschaft verändern. 

 (18.5.09: Die Revolution der Web-Eingeborenen)

Nicht dabei, nicht interessiert oder schlicht planlos: Eine Untersuchung zeigt, wie brüsk Deutschlands Topunternehmen dem neuen Kommunikationsweg Twitter die kalte Schulter zeigen - und womöglich den Anschluss verlieren. Marketingstrategen fordern ein Umdenken. 

(3.4.09: Ratlos, planlos, kein Interesse)

... wird andernorts gegen das Web und seine Mechanismen Stimmung gemacht. So stellte die Zeit kürzlich noch fest, dass die Politiker zum Beispiel nichts weniger tun, als »eine Generation verprellen«

Im Internet gibt es viele Proteste gegen die geplanten Kinderpornosperren. Politiker haben für die Kritik nur Verachtung übrig. So verprellen sie ihre künftigen Wähler 

(10.5.09: Wie man eine Generation verliert)

Erste Erfolge zeigen sich. Denn während das Soziale Netzwerk Facebook inzwischen mehr User hat, als Russland oder Brasilien Einwohner, geht man in Deutschland lieber auf Nummer sicher und regelt die Web-Aktivitäten lieber klein. Der letzte Rundfunkstaatsvertrag zum Beispiel verbietet den öffentlich-rechtlichen Programmen eine Menge Aktivität im Web. Man mag sich fragen, warum das – ist doch gerade für einen Radio- oder Fernsehsender das Web quasi das ideale Medium um Hintergfrundinformationen anzubieten und so ganz nebenbei mit qualitativ gut recherchierten und aufbereiteten Infos seine Zuschauer zu halten. Aber genau das dürfen das die öffentlich-rechtlichen nicht.

Und so zieht das ZDF erste Konsequenzen: Es streicht ca. 80% seine Webangebotes. Ja. Achtzig. Eigentlich logisch.

Das ZDF will bis zum Jahresende rund 80 Prozent seiner Internetangebote streichen - als Reaktion auf den neuen Rundfunkasstaatsvertrag, der am 1. Juni in Kraft tritt und der die Web-Präsenz der Öffentlich-Rechtlichen beschneidet.
Vom Netz genommen werden bereits bestehende Inhalte von heute.de, zdf.de und sport.zdf.de, bestätigt Unternehmenssprecher Alexander Stock. "Das ZDF wird seinen Online-Bestand deutlich reduzieren. Das betrifft vor allem Textseiten.

(eMarket, Meldung des Tages am 26.5.2009)

Zusammenfassend kann man sagen: Es wird Stimmung gegen das Web gemacht. Wir brauchen das nicht, wir müssen uns nicht anpassen, so flüstert es um uns herum.

Wohin so eine Haltung führt, das können sicher ehemalige Mitarbeiter solcher deutscher Traditionsunternehmen wie Grundig, Siemens oder Braun sicher erzählen. Diese Unternehmen hatten es nämlich auch nicht nötig, den Markt einmal aufmerksam anzusehen oder ihm vielleicht sogar zu folgen.

Das Leben ist nicht einfach in den Lagern der digital natives ...

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