Blog-Archiv

Von 2006 - 2011 habe ich ein Blog über meine tägliche Arbeit geschrieben.
Das hier ist das Archiv.

Wie das social Web die private Kommunikation verändert

Einer der häufigsten Kritikpunkte an den Sozialen Netzwerken, an Twitter und abgeschwächt auch an Blogs ist

»Ich muß doch überhaupt nicht immer wissen, was XY gerade macht. Das sind doch alles totale Nichtigkeiten von Menschen mit überzogenem Mitteilungsdrang.«

Schaut man sich allerdings einmal einen »normalen« Gesprächsablauf zwischen Freunden an, die sich länger nicht gesehen haben, stellt man schnell fest: Die ersten Minuten des Treffens – je nach Zeitraum, der seit dem letzten Gespräch vergangen ist auch Stunden – werden damit verbracht, absolute Alltäglichkeiten auszutauschen:

Szene im Cafe »Was macht denn der und der?«
»Hast Du den mal gesehen?«
»
Ich war ja so erkältet«
»Ach, Du hast einen neuen Aufgabenbereich im Job?«

Der Mensch benötigt diesen Austausch, um sich wieder anzunähern, wenn man sich länger nicht gesprochen hat. Man bringt sich gegenseitig auf den aktuellen Status des eigenen Lebens, um dann – wenn noch Zeit übrig ist – in die eigentlichen, die tieferen Gespräche einzusteigen. Die bestehen dann bei genauerem Hinsehen aus dem eigenen Umgang und den Bewertungen dessen, was der andere und man selbst erlebt hat.

Menschen, die über den direkten Kontakt hinaus noch via Internet über Soziale Netzwerke oder den täglichen Twitterstream Kontakt haben benötigen diesen Austausch nicht. Die nicht wirklich inhaltsvollen Stausmeldungen des anderen werden täglich nebenher gelesen. Jede für sich hat fast keinerlei Bedeutung – alle zusammen bilden sie aber einen steten Fluss an Statusmeldungen, die eine dauerhafte Verbindung zum anderen ermöglichen. Menschen, die so Kontakt halten können bei »Real Life«-Treffen ganz anders in ein Gespräch einsteigen. Sie wissen vom anderen und sie wissen auch um ihre stete Verbindung. Oft entsteht so ein Gefühl der Vertrautheit, das man sonst eher von guten Freunden zu denen man eben täglichen Kontakt hat, kennt.

Was bedeutet das für private Kontakte?

Menschen, die sich viel über Soziale Netzwerke austauschen müssen sich beim Gespräch mit »Offlinern« anpassen. Ihr direkter Gesprächseinstieg mag unhöflich, aufdringlich oder als zu direkt empfunden werden.
Sie müssen sich auf das langsamere Tempo der Gespräche umschalten und auch akzeptieren, dass Gespräche weniger gehaltvoll erscheinen.

Sie müssen aber auch wissen, dass Freunde, die sie vielleicht nur oder hauptsächlich online und über den täglichen Twitter-Stream kennen eben noch nicht wirkliche Freunde sind, auch wenn das Gefühl bei einem Treffen ähnlich ist.

Und für Freundschaften, die auf Grund einer räumlichen Distanz früher gelitten hätten finden sich im Web die idealen Möglichkeiten um trotz großer Distanz und seltenen Treffen eine Freundschaft aufrecht zu erhalten.

Was dieses Gefühl, was Kontakte über das social Web schaffen für Firmen bedeuten kann, kann man sich schnell ableiten; ob man die Chancen, eine emotionale Ebene zu seinem Kunden zu halten verstreichen lassen will, mag jeder selbst entscheiden.

Was ist ein Browser?

Wir alle, die wir im und am Web arbeiten gehen ja immer davon aus, dass der User - also zum Beispiel der Leser, also zum Beispiel Sie - zumindest in Ansätzen auf dem gleichen Wissensstand ist. Man vergisst einfach die eigene Fachidiotie.
Dass das in ca. 90% der Fälle schon bei den vermeintlich einfachsten Dingen nicht so ist zeigt der folgende Film.

Herzlich willkommen

Wenn man sich auf dieses gar nicht mehr so neue Web 2.0 einmal einlässt, können dort die angenehmesten Dinge passieren. Man stößt zum Beispiel auf ein Blog, liest etwas, was gefällt, kommt wieder, kommentiert mal und kommt bald auch auf anderen Wegen ins Gespräch. Man schreibt sich einmal eine eMail, telefoniert vielleicht einmal und trifft sich irgendwann, weil man sich sympathisch findet.

So erging es mir in den letzten Jahren mit der Berliner Mediengestalterin Kay Gaumann.
Kay, die bis vor kurzem noch unter einer Agentur-Flagge segelte ist nun wieder alleine unterwegs. Sie ist eine der wenigen, die schon so lange im Web unterwegs ist wie ich und da lasse ich es mir doch nicht nehmen, sie an dieser Stelle herzlich willkommen zu heissen.

Kay Gaumann

Auf ihrer neuen Website stellt sie sich sowie ihre Leistungen Beratung, Text & Bild, Webentwicklung, Referate sowie ihr Steckenpferd - die Blogentwicklung vor.
Und ein eigenes Blog ist natürlich auch dabei.

Von hier aus also: Herzlich willkommen und alles Gute!

»» Kay Gaumann: Beratung. Medienkonzeption. Mediengestaltung. Grafik.

Redet nicht über Programme

Viele Webworker erzählen ihren Kunden über die Möglichkeiten des Web 2.0 – oder des Social Web, wie man ja heute eher sagt.

Ich finde das falsch.

Wenn ich als Schreiner in einer 10. Realschulklasse den Schülern von meinem Job erzählen soll, dann erzähle ich auch nicht, wie schön es ist, wenn ein Nagel – getrieben vom Hammer – im Holz versinkt. Ich erzähle nicht von der Säge, wie sie auch dickste Balken teilt und nicht vom Hobel, der den Raum mit seinem Kreischen erfüllt.
Wenn ich die Jugendlichen von meinem Beruf begeistern will, dann erzähle ich doch von maßgefertigten Möbeln, die einem Raum eine Stimmung verleihen. Ich berichte von der Freude, wenn ein Haus entsteht und die glüklichen Bauherren beim Richtfest stolz darin herumlaufen. Vom Charakter, den eine Hausfront durch eine gute Haustür bekommt.

Und so sollten wir auch nicht von twitter oder Facebook reden. Nicht von Gruppen, Seiten oder Hashtags. Uns nicht in eine Diskussion hineinziehen lassen, wie wenig denn bitte 140 Zeichen sind.

Wir sollten statt dessen von Kommunikation und Information reden. Das finden eigentlich alle ganz spannend.

Die Menschen brauchen keine begeisterten Erzählungen über Programme. Sie brauchen begeisterte Erzählungen über schnelle, effiziente, und manchmal auch unterhaltsame Kommunikation.

Interne Nachricht: jetzt alles im FullFeed

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Das war's schon.

Mein Twitter, Dein Twitter, unser Twitter

Wir Menschen neigen dazu, unsere eigene Erfahrung und unser eigenes Erleben für allgemeingültig zu halten.

Und in vielen Fällen ist das auch sogar richtig oder die Unterschiede sind unbedeutend. Denn natürlich gibt es Erfahrungen, die für uns alle erst einmal gleich sind – wir alle in Deutschland sind zur Schule gegangen, wir alle kennen gleiche Läden, gleiche Marken und haben die gleiche Regierung – um ein paar völlig willkürliche Beispiele herauszugreifen.

Unterschiede gibt es bei diesen Erfahrungen nur in der Art und Weise WIE wir sie erleben oder damit umgehen – denn wie man die Schulzeit überstanden hat oder was man aus dem täglichen Überangebot kauft, ist bei jedem schon verschieden.

Schwieriger wird es, wenn man auf Dinge stößt, die allgemeingültig scheinen, es aber nicht sind.
Gerade das Web bietet da einiges an Möglichkeiten, die wir alle in unserer täglichen Diskussion meist vollständig ausblenden oder sogar vergessen.

Das größte Aha-Erlebnis hatte ich da letztens mit Twitter.

Ich kenne einen Teil meiner Follower persönlich und/oder habe auch noch auf anderen Kommunikationswegen Kontakt zu ihnen. Und natürlich reden wir auch über Twitter. Wir unterhalten uns über Themen, die dort diskutiert werden und über Dinge, die jemand anders gesagt hat.

Und dann saß letztens einer meiner Follower vor meinem Computer und sagte »Dein Twitter ist viel ernster als meins«.

Dein Twitter? Ach so, mein Twitter. Natürlich. Logisch. Meine eigene Timeline. Den Ausschnitt aus twitter, den ich mir pesönlich zusammengestellt habe und den ich – nur menschlich – für das Ganze nehme.
Jeder hat nämlich nur das Twitter, was er sich selbst macht.

Und so ist es eigentlich unmöglich, über twitter zu sprechen. So ist es zum Beispiel genauso unmöglich zu behaupten, dass dort »nur Belanglosigkeiten ausgetauscht werden« wie zu sagen dass »twitter der neue Journalismus ist«.
Jeder, der über twitter spricht, kann nur – und das schon bevor seine eigene Bewertung überhaupt beginnt – über seinen eigenen Ausschnitt, über seine eigenes Erleben sprechen. Und das ist in diesem Fall völlig irrelevant, weil jeder der Millionen anderer twitter-User ein anderes hat.

twitter ist abgebildete Kommunikation zwischen Menschen. Mein twitter ist ein Ausschnitt daraus, den ich – warum auch immer – hören möchte.

Mehr über twitter allgemein zu sagen ist eigentlich unmöglich.

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