Blog-Archiv

Von 2006 - 2011 habe ich ein Blog über meine tägliche Arbeit geschrieben.
Das hier ist das Archiv.

Impressumsanangaben in eMails

Ich schicke Ihnen das dann in 72dpi

Grafiker, vor allem Print-Grafiker, mit denen ich zusammenarbeite machen sich wenn sie mir Grafiken schicken gerne die Mühe, alle Grafiken, Bilder, Fotos auf die Auflösung von 72dpi herunterzurechnen, wenn sie sie mir schicken.
Und auch sonst stößt man im Gespräch gerne einmal auf die Behauptung, dass im Internet Grafiken ja nur mit 72dpi vorlägen.

Leider nehmen mir so kleingerechnete Bilder jede Möglichkeit, auch nur noch die kleinste Korrektur vorzunehmen. Und da - entgegen einem sehr verbreiteten Aberglauben - im Internet gar nicht nur Bilder mit 72dpi benutzt werden können, sondern die Auflösung völlig egal ist habe ich in einem Forum bereits einen längeren Artikel dazu geschrieben.
Und weil in der täglichen Arbeit immer wieder 72dpi-Bilder bei mir ankommen, veröffentliche ich den Artikel jetzt hier noch einmal:

Oft hört man die Aussage, dass man Bilder für die Anzeige am Bildschirm / im Internet mit 72dpi abspeichern könne, um so die Dateigröße klein zu halten.

Hier werden verschiedene Maße in einen Topf geworfen, die nichts miteinander zu tun haben.

Wenn ein Bild z.B. die Pixelmaße 800×600 Pixel hat, dann ist es völlig egal, wieviel dpi es hat. Es wird auf dem Bildschirm (in einem Bildanzeigeprogramm oder im Browser*) immer mit 800×600 Pixel angezeigt werden - denn etwas anders als Pixel “kennt” ein Monitor als Größeneinheit nicht.

Ich habe mal ein Foto von mir genommen und in die Größe 800*600 verkleinert.
Dann habe ich es einmal mit 300dpi (aber immer noch 800*600) und einmal mit 3dpi (und 800*600) gespeichert.

Hier sind sie:
www.netz-coaching.de/upload/800×600-300dpi.jpg
www.netz-coaching.de/upload/800×600-3dpi.jpg

Im Browser sind sie gleich groß - der Browser zeigt Pixel an und davon bekommt er 800 in der Breite und 600 in der Höhe. Alles andere ist dem Bildschirm egal, alles andere kann er nicht.
Auch die Dateigröße ist identisch - es sind ja auch exakt gleich viele Pixel (ich habe auch beide jpgs mit der gleichen Kompression gespeichert).

*) Wenn man diese Bilder speichert und in einem Programm, dass mit dpi-Angaben umgehen kann anzeigt und ausdrucken will (Word kann es nicht, gibt sich aber Mühe; Corel, Quark, Photoshop, InDesign, RagTime PSP, … können es) sieht man erst einen Unterschied.
Der kommt aber daher, dass diese Programm berechnen, wie groß das Bild sein wird, wenn man es ausdruckt - d.h., die Programme ändern bereits etwas an der Darstellung.
Browser oder Viewer tun das nicht.

Auch wenn man sich (unter Windows) die Dateieigenschaften anzeigen läßt und sich die erweiterten Dateininfos zeigen läßt sieht man dort die horizontale und vertikale Auflösung aufgeführt.

Aber es ist eben eine Meta-Information - für den Druck sicher eine der wichtigsten, aber keine, die am Bildschirm angezeigt wird.

Weitere Infos gibt es - natürlich - in der Wikipedia und bei Gerrit van Aaken.

» Wikipedia
» Der 72dpi-Mythos von Gerrit van Aaken

TOFU noch einmal

Vor 5 Tagen schrieb ich noch hier über die Unsitte den gesamten Text beim Beantworten einer eMail einfach in der neuen Mail stehen zu lassen.

Heute bekam ich dann ein wunderbares Beispiel dafür, wozu dieses Unsitte führen kann:

Ich bekam eine eMail eines Kunden mit einer kleinen Anfrage, nichts besonders eigentlich.
Beim Kunden hatten sich aber einige Änderungen ergeben und die neuen Mitarbeiter hatten sich offensichlich erst einmal darüber unterhalten, wie die Zusammenarbeit in den letzten Jahren gelaufen war. Auch nichts besonderes.

Besonders war eigentlich nur, dass ich dann zum Schluß eine eMail mit der gesamten Konversation bekam. Ich fand also untereinander:

  • Die Anfrage an mich
  • Die Überlegungen, was alles geändert werden müsse - das ging zwei-, dreimal hin und her.
  • Eine sehr nette Abhandlung darüber, wie die Zusammenarbeit im letzten Jahr so war
  • Die Anfrage, wie denn im letzten Jahr die Zusammenarbeit mit mir so war.

In diesem Fall ist jetzts nichts schlimmes passiert. Keine bösen Worte müssen erklärt werden, keine Firmengeheimnisse wieder versteckt werden.
Aber geplant war das nicht - und es hätte leicht vermieden werden können.

Kleine Brötchen

Es ist schon viel darüber geschrieben worden: Die jüngsten Abmahnungen rund um einige Brötchenbilder und daran anschließend die Diskussion in diversen Blogs, die - wenn ich das alles richtig verstanden habe - erneute Abmahnungen nach sich zogen.
Wer einen Einstieg sucht, dem sei die Google-Blogsuche oder der Artikel Dumm gelaufen: massig gute PR verpasst! empfohlen.

Man könnte an dieser Stelle wieder einmal darauf eingehen, dass alle beteiligten anders mit der Sache hätten umgehen können.
Dass man natürlich als Blogger geltende Urheberrechte beachten muss.
Dass ebenso natuerlich der Abmahn-Holzhammer zu einer nicht zu kontrollierenden Welle von negativer PR führt.

Aber das fühlt sich alles so gebetsmühlenartig an - haben wir das nicht schon alle gewusst?
Anscheinend nicht - und das passt eigentlich gut zu meinem letzten Beitrag Es gibt drei Internet der ja gerade ein paar Tage alt ist.
Das von mir der Einfachheit halber einmal so genante »Internet 3« - mit seinen kurzen Kommunikationswegen und viralen Effekten, aber auch mit seinen kaum zu kontrollierenden Effekten, wenn erst einmal eine Welle in Bewegung geraten ist - das ist doch wohl doch noch der unbekannteste Teil.

Ich schließe daraus also wieder, dass meine Aufgabe immer mehr ist, das Internet zu erklären. Aber wie gesagt: ich mach das ja gerne :-)

» Google-Blogsuche
» Dumm gelaufen: massig gute PR verpasst!

Web 1, Web 2, und Web 3

Es gibt drei Internet.
Ok, der Satz funktioniert grammatikalisch nicht, aber davon abgesehen fürchte ich, es stimmt.

Internet 1: Das Internet im Blick der klassischen Medien.

Und was liest man, wenn in Zeitung, Radio und Fernsehen das Internet auftaucht? (Kinder-)Pornographie, Terroristen, undurchsichtige Chaträume, in denen sich Kannibalen treffen, Betrug auf irgendwelchen Auktionsplattformen, Viren, Trojaner, Spam.
Die Möglichkeiten, die das Internet uns allen gegeben hat werden auf den Technikseiten der Wochenendbeilagen oder in den Pseudo-Wissenschaftsendungen nachts um elf abgehandelt - zur Prime Time finden nur die dunklen Seiten statt.

Internet 2: Fun, Fun, Fun. We love to entertain you.

Gerade die Fernsehsender stellen uns ein zweites Internet vor. Da gibt es sportliche Yetis, Wallpaper oder eCards mit den Moderatoren der nachmittäglichen Boulevardsendungen, Gästebücher, in denen Karl-Heinz die Oma grüßt und Tokyo Hotel bejubelt wird und manchmal auch 10 Zeilen »Hintergrundinfos« zur laufenden Sendung. Alles wird auf möglichst viele Seiten verteilt, damit viel geklickt und viel Werbung eingeblendet werden kann. Denn ohne Werbung lohnt das ganze ja eh nicht.

Internet 3: Mein Internet. Bin ich ein Nerd?

In meinem Internet finden die beiden erstgenannten nicht statt. Nach zwielichtigen oder kriminellen Inhalten zu suchen interessiert mich ebenso wenig wie lustige Spielchen und kleine Infotainment-Häppchen. Ich arbeite mit dem Internet. Es ist meine wichtigste Informationsquelle und mein wichtigstes Kommunikationsmedium.
Ich chatte nicht, um Liebesbotschaften auszutauschen, sondern um an einem Projekt zu arbeiten.
Ich lade meine Fotos ins Internet, damit die Urlaubsbgleitung sie sehen oder Abzüge bestellen kann.
Ich habe meine Bookmarks online, weil ich weiß, dass sie anderen Menschen nützen - und ihre Bookmarks mir.
Ich schreibe dieses Blog, weil ich kommunizieren möchte.

Und dann? Die Firmen-Homepage

Früher war die Firmen-»Homepage« eine Power-Point-Präsentation, die online zu sehen war. Dann wurde es komplizierter.
Denn oft wird es erst dann richtig interessant, wenn ich beim Kunden sitze und die Versionen eins bis drei irgendwie übereinandergelegt werden sollen. Gerne eröffne ich meine Gespräche mit der Frage »Was wollen Sie denn im Internet?«
Denn neben den ganzen Bildern, die so in den Köpfen der Menschen sitzen und neben der Präsentation, gibt es ja eine Menge mehr.

Aber ich zeige das gerne.

Dateiaustausch einfach gemacht

Vor einigen Jahren habe ich in einem anderen Weblog den folgenden Text geschrieben - er ist immer noch aktuell und verdient so eine Neuveröffentlichung:

Datenaustausch einfacher gemacht.

  1. Medien:
    • Disketten sind empfindlicher als man gerne so glaubt. Wenn man sie knickt, lose in der Tasche tranportiert, in der Nähe von Lautsprechern oder lange in der Sonne transportiert, gehen gerne mal die Daten verloren.
    • Disketten kann man mit Klebeetiketten versehen und beschriften. Aus gerade schon beschriebenen Gründen sollte man das tun, bevor man das Etikett auf die Diskette klebt, sonst verletzt man leicht die Magnetschicht und damit die Daten
      . Auf so ein Etikett gehört eine sinnvolle Beschriftung: Name des Absenders und / oder des Projektes und das Datum machen Sinn und allen das Leben leichter.
    • Für CDs gilt grundsätzlich ähnliches. Bei der Beschriftung sollte man einen dafür vorgesehenen Stift und nicht einen beliebigen Folienstift nehmen - die darin enthaltenen Lösungsmittel greifen auf Dauer die CD an.
      Auch auf CDs und CD-Hüllen sind Name / Projekt und Datum für alle hilfreich; wer die doppelte Arbeit scheut, beschriftet die CD und nicht die Hülle - die beiden werden zu gerne einmal getrennt.
    • CDs, die ohne Hülle losgeschickt werden, kommen fast garantiert ohne lesbare Daten an.
    • Beim Brennen sollte man auf ein Format achten, dass mit jedem Betriebssystem gelesen werden kann - man kann ja nicht wissen, ob auf der Empfängerseite ein MAC, ein Windows- oder ein Linux-PC steht. Ausserdem sollte man CDs abschliessen - nicht jeder hat einen passenden CD-Brenner auf seinem Computer installiert, der derartige begonnene Sessions sichtbar machen kann.
    • Beim Versand per e-Mail gebietet es die Höflichkeit, größere Datenmengen vorher anzukündigen. Nicht jeder ruft seine e-Mails mit viel Zeit und einem DSL-Anschluss im Büro ab, und wer einmal mit dem Handy unterwegs einen 15 MB - Anhang heruntergeladen hat weiss warum
      . In die e-Mail gehört ein kleiner Text, der den Anhang erläutert. Nicht in ein angehängtes Dokument, sondern in die e-Mail. Erstens ist es höflicher, zweitens werden auf vielen Servern leere e-Mails mit Anhang als Spam markiert oder gleich gelöscht.
    • Andere Medien sollte man - wenn nicht anders abgesprochen - vermeiden. Nicht jeder hat ein ZIP-Laufwerk und nicht jeder hat Lust, sich noch und noch und noch einen Treiber für den nächsten USB-Stick zu installieren.
  2. Dateinamen:
    • Auch Dateinamen kann man wunderbar dazu benutzen, Informationen zu transportieren. Alle gängigen Betriebssyteme können mit langen Dateinamen umgehen, in Zeiten des Internets sollt mn allerdings auf Sonderzeichen und Umlaute verzichten - da kann es noch Probleme geben.
      Während eines laufenden Projektes ist es für alle sehr schick, wenn man ein einheitliches Benennungsschema benutzt. Bewährt hat sich so etwas wie datum_projekt_zweck.end. Oder ähnlich. Dann wissen immer alle, wovon sie gerade sprechen, wenn Dateien oft hin und her gehen.
  3. Dateiformate:
    • Eigentlich eine Selbstverständlichkeit: Zum Dateiaustausch benutzt man Dateiformate, die system- und plattformübergreifend lesbar sind. Nicht jeder hat selbstverständlich alle Programme installiert und beim Import von Fremdformaten treten oft dann doch Fehler auf.
      Geeignete Austauschformate sind …
      … für Textdokumente: txt, rtf, pdf
      … für Grafiken: tif, jpg (beide ohne Kompression)
      … für Tabellen: csv
    • Alles andere sollte nur nach Absprache verschickt werden, da man nicht davon ausgehen kann, dass beim Öffnen noch genau das erscheint, was man losgeschickt hat.
    • Pikantes Detail: Gerade das beliebte MS-Word verbirgt hinter dem Text den man sieht oft noch mehr: gelöschte Teile, eventuelle Kommentare und die Namen aller, die das Dokument zwischendurch bearbeitet haben kann man oft wieder sichtbar machen.
  4. Anmerkungen
    • Wer Anmerkungen zu den übermittelten Daten liefern möchte, tut dies am besten in einer kleinen zusätzlichen Datei, die mit auf der CD / Diskette zu finden ist. Bewährt hat sich hier eine unformatierte Text-Datei im Plain/Simple-Text-Format mit dem Namen liesmich.txt.
  5. Beim Versand per e-Mail:
    • Wenn man beim Versand auswählen kann, ob ein Bild / ein Text eingefügt oder angehängt werden kann: Die richtige Wahl ist "anhängen".
    • Wenn man Outlook in irgendeiner Version benutzen muss, sollte man dringend das Standard-e-mail-Format von "RTF" auf "nur Text" ändern. Sonst hängt Outlook eine Datei namens "winmail.dat" an, in der sich der eigentliche Anhang versteckt und den man nur mit Outlook wieder öffnen kann. Und das hat nicht jeder.
    • Beim Versand mehrerer grosser Dateien kann es die Nerven aller schonen, wenn man auch mehrere e-Mails schickt.
  6. Grundsätzliches:
    • Auch das sollte selbstverständlich sein: Verschicke niemals die Originaldateien. Einer Diskette / einer CD und auch einer e-Mail kann auf dem Weg zuviel passieren.
      Wenn man sich nicht sicher ist: nachfragen ist immer die richtige Wahl. Zu viel Absprache kann es fast gar nicht geben.

Und zu guter Letzt ein schönes Zitat: "Verschicke die Daten immer so, wie Du sie selber bekommen möchtest" Und da bleibt nichts hinzuzufügen.

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