Blog-Archiv

Von 2006 - 2011 habe ich ein Blog über meine tägliche Arbeit geschrieben.
Das hier ist das Archiv.

Heise hat relauncht

Screenshot heise.deHeise. de ist Deutschlands größte Portal für IT-Themen - der Heise-Verlag bringt unter anderem die bekannte c't sowie die sepzialisiertere ix heraus.

Gestern hat der Verlag sein Nachrichtenportal heise.de relauncht. Ich möchte jetzt an dieser Stelle nicht darauf eingehen, ob und warum mit der Relaunch gefällt – spannender finde ich auch hier wieder einmal, wie diese an sich simple Tatsache sowohl intern im Forum diskutiert als auch durch die Blogs getragen wird.

Das heise-Forum ist eh dafür bekannt, dass dort sehr emotional diskutiert wird. Und so haben sich seit gestern Vormittag um halb elf fast viertausend Beiträge gesammelt (Stand: Mittwoch Morgen, 7:00Uhr). Da stehen dann in trauter Eintracht Beiträge wie »Neues Heise Design ist Abfall« oder »Das war's dann wohl......« mit Einträgen wie »Das Layout ist gelungen«, vermittelnden Aufforderungen wie »BITTE lasst doch vernichtende Pauschalkritik sein ...« oder Techniken, wie man seinen Browser so einstellen kann, dass alles wieder soweit wie möglich wie vorher aussieht.

Ich finde daran wieder einmal spannend, wie emotional sich User mit »ihren« Seiten verbunden fühlen und jede Änderung am Design oder am Inhalt sofort auch als Eingriff in ihre persönliche Internetbenutzung empfinden. Und im Gegensatz zu den klassischen Medien ja auch direkt äußern können – und es auch tun.

Das Netz ist eben ein sehr lebendiger Ort. Wer klug ist, der nimmt das in seine Überlegungen mit auf, wenn er online dabei sein möchte.

Farbkalibrierung

Monitor-kalibrierungstool am FlatscreenVielen ist es wahrscheinlich schon einmal passiert: Man hat an den Knöpfen, die der Monitor unten am Rand hat herumgespielt und irgendwie bekommt man das Bild jetzt nicht mehr eingestellt. Und auch im Laden – wenn man an der großen Wand mit den Monitoren vorbeigeht – sieht man, dass zwischen den verschiedenen Monitoren deutliche Unterschiede bestehen.
Wenn man dann noch im Blick behält, dass die meisten Monitore ab Werk so eingestellt sind, dass sie zwar unglaublich scharf und brilliant wirken – darunter aber die originalgetreue Farbwiedergabe leidet kann man sich sicher sein, dass nur die wenigsten Monitore, die an den üblichen Computern angeschlossen sind Farben so darstellen, wie sie gedacht sind.

Problematisch wird das, wenn man zu Hause oder im Büro an so einem typischen Consumer-Gerät eine Drucksache erstellt und die dann ausgedruckt ganz andes aussieht, als man sich das am Monitor gedacht hatte.

Wenn man hingegen fürs Internet gestaltet, so könnte das eigentlich egal sein. Jeder Benutzer kennt ja eh nur seinen eigenen Bildschirm und wird deswegen – mangels Vergleichsmöglichkeit – gar nicht wahrnehmen, dass »Farben nicht stimmen«.

Trotzdem gibt es Techniken, um eine farbgetreue Bildschirmwiedergabe zu erreichen. Interessant ist die außer für den Profi vielleicht für Hobbyfotografen und bestimmt für alle, die ein wenig Grafikbearbeitung an ihrem Computer betreiben wollen.

Technisch funktioniert das – vereinfacht – so: Man hängt sich ein Gerät vor den Bildschirm und startet ein mitgeliefertes Programm. Das Gerät  nimmt die ausgegeben Farben auf und vergleicht sie mit dem, was das Programm losschickt. Aus den Unterschieden wird ein Profil erstellt, mit dessen Hilfe der Monitor ab dann die echten Farben wiedergeben kann.

Aus eigener Erfahrung kann ich – auch für den kleinen Geldbeutel des ambitionierten Hobby-Fotografen – den Spyder von ColorVision empfehlen. Die Kalibrierung geht schnell und man wird unkompliziert durch den Vorgang geführt. Und das Ergebnis lohnt auf jeden Fall.

kreatives Programmieren

Manchmal, wenn man etwas programmiert, muß man Fehlermeldungen entwerfen. Dabei gibt es eine Menge zu beachten - Fehlermeldungen sollten zum Beispiel den Benutzer weiterführen und nicht verwirren - um nur einen dieser Punkte zu nennen.

Andererseits bekommt man die Fehlermeldungen natürlich im besten Fall nicht zu Gesicht, weil die Website oder das Programm, was man geschrieben hat einfach funktionieren. Deswegen vergesse ich sie natürlich oft recht schnell wieder.

Eben bekam ich eine Fehlermeldung zu Gesicht, die ich einmal in ein kleines Script eingesetzt hatte. Das Script tut nichts anderes, als die Feeds der Blogs die ich lese von einem Server einzulesen - und das nicht im öffentlichen Raum, sondern nur in meinem eigenen Browser. Da kann man schon mal etwas schludriger arbeiten, wenn man nur alleine von etwaigen Fehlern betroffen ist.

Vorhin war dieser Server wohl nicht zu erreichen und ich musste sehr lachen als ich folgendes las:

 

Fehlermldung: »Mist. Bloglines ist down.«

 

XING-Kontakte

Screenshot XINGWer mich kennt, der dürfte auch wissen, dass ich bei XING, dem deutschen Business-Netzwerk zu finden bin. (Für alle anderen: Hier ist mein XING-Profil)

Aber wer findet sich dort in der Liste meiner Kontakte? Manuel Bieh hat mich mit seinem Artikel Meine Xing-Policy zum Umgang mit Kontakten dazu angeregt, über meine "XING-Policy" nachzudenken. Ob ich so etwas habe. Und wie sie lautet.

Und ich habe festgestellt: Ich benutze das Adressbuch dort wohl recht ähnlich. Unbewusst sortiere ich dort auch Kontakte ein, die ich »kenne«.
Dazu gehören Kunden, Partner, mit denen ich zusammenarbeite oder wenigstens schon einmal zusammengearbeitet habe oder Menschen aus dem Web, die mich dort über einen längeren Zeitraum begleitet haben. Das bedeutet: Ich kenne nicht jeden Menschen dort persönlich von Angesicht zu Angesicht, aber ich kann zumindest über jeden etwas sagen.

Während ich Manuels Artikel las fiel mir auf, dass anscheinend genau das meine XING-Policy ist: Ich möchte die Menschen kennen.
Ich habe zum Beispiel festgestellt, dass ich Anfragen bekomme, wenn ich mein Bild ändere oder mich in einer neuen Mailingliste anmelde. Anfragen also von Menschen, die wohl einfach nur sammeln. Die lehne ich dann ab, weil ich über die Menschen hinter den Profilen nichts sagen kann.

Und genau das möchte ich. Ich möchte – wenn mich jemand darauf anspricht – zu den Menschen dort etwas sagen können. Ich sehe das XING-Adressbuch auch als eine Art Empfehlung; mit der Liste dieser Kontakte verbindet sich auch die Aussage: »Hier sind Menschen, mit denen ich arbeite oder sonst genug zu tun habe, sie hier zu empfehlen.«

Sorry, liebe Kontakt-Sammler, da ist nicht Platz für jeden.

Internet macht einsam

Es ist eine gängige Meinung, dass Computer sozial einsam machen. Denn schließlich sitze man da im Endefekt immer alleine vor und die Kontakte, die man da habe, seien keine echten.

Ob das jetzt stimmt oder nicht sein einmal dahingestellt, ich erlebe in der letzten Zeit häufiger eine ganz andere Form der Einsamkeit, die sich durch meine intensive Beschäftigung mit dem Computer und vor allem mit dem Internet ergibt: Den Menschen fehlt das Gesprächsthema.

Nehmen wir an, es treffen – zum Beispiel auf einer Party – Menschen aufeinander, die sich erst einmal nicht kennen, die aber alle voll des guten Willens sind, sich gegenseitig kennen zu lernen und ein paar gute Stunden zu haben. Neben den Tabuthemen Religion und Politik kommt man da normalerweise recht schnell auf »Und was machen Sie so?«

Und ich beobachte in letzter Zeit, wie sich eine Art Standardschema herausbildet, mit dem die Menschen dann auf mich reagieren;

  • Ach, also das heißt, Sie machen Homepages?
  • Ah, und so den ganzen Tag am Computer, das könnte ich ja nicht. Ich brauche ja das Internet eigentlich gar nicht. Also, natürlich recherchiere ich gelegentlich dort etwas und schaue auch über meine eMails, aber nein, ich habe doch lieber Menschen um mich herum.
  • Ja, und mein Computer, der macht ja eh, was er will, letztens hat er zum Beispiel …
    (hier folgt eine längere Geschichte über eine Fehlfunktion des Computers)

Dieses Muster, dass Computer insgesamt eher lästig sind, man sich natürlich notgedrungen damit auseinandersetzt und der Computer die Schuld hat, wenn etwas nicht geht wie gewünscht kommt fast immer wieder.

Und ich finde es zum einen interessant und zum anderen aber vor allem sehr bedenklich, dass viele Menschen meiner Generation auf das Thema Computer mit so einer Mischung aus Abwehr und Rechtfertigung für diese Abwehr reagieren.

Und besonders bedenklich finde ich das, wenn ich den Abend mit einer Gruppe von Lehrern verbracht habe – mit jenen Menschen also, die die kommende Generation auf das Leben vorbereiten sollen. Aber das wird glaube ich ein eigener Eintrag.

Für nichts und wieder nichts?

Foto: unter Büchern eingebrochenes Regal in einer BibliothekAls ich damals in der Uni noch Pädagogik – mit Ausrichtung auf Medienpädagogik wie wir stets betonten – studierte, habe ich das berühmte »wissenschaftliche Arbeiten« schnell verachtet. Bei uns war es zu voll und Vorlesungen waren eine Katastrophe, Seminare hingegen waren Vorlesungen. Referate waren für die meisten Professoren eine schnell ergriffene Möglichkeit, ihre Seminarstunden füllen zu lassen und Hausarbeiten eine billige Chance, andere Leute Bücher lesen und bewerten zu lassen, die man selbst nicht geschafft hatte.

Ein wenig später durfte ich einem Praktikanten, der ein paar Wochen am Schreibtisch gegenüber verbracht hatte in seinen Stundenplan schauen. Wir haben den Kontakt dann über ein paar Jahre nicht verloren und jetzt habe ich Teile seiner Diplomarbeit gelesen. Eine Arbeit, deren Grundidee ich ganz hervorragend fand und die ich mit viel Spaß gelesen habe.

Leider ist er sich sicher, dass ich damit – neben seinem Professor – der andere von genau zwei Menschen bin, die das Gesamtwerk gelesen haben. Was mein Vertrauen in das System »Universität« natürlich nicht steigert, sondern eher mein Mißtrauen bestätigt.

Ich finde das mehr als schade. Wenn also mal jemand auf der Suche nach grundlegenden Gedanken über ein Social-Fernseh-Modell ist - ich geb da gerne die Adresse weiter.

(Das Bild ist unter CC-Lizenz von library_mistress. Merci dafür.)

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